Eiger Nordwand

Content Marketing: Am Nordhang des Hype Cyle

Getreu dem Gartner Hype Cycle Modell erlebt das Content Marketing gerade eine Phase der Ernüchterung: Nach der ersten Euphorie beginnen alle Beteiligten zu verstehen, dass Content Marketing nicht alles kann – und nicht alle Content Marketing können. Statt allerdings das Content Marketing, das man vor kurzem hochgejubelt hat, nun wieder totzusagen, sollte man das Thema nüchtern betrachten  –  und darauf bauen, dass nach dem «Gipfel der überzogenen Erwartungen» irgendwann das «Plateau der Produktivität» folgt.

So ganz neu ist Content Marketing nicht

Sagen wir es offen: Content Marketing ist keine völlig neue Form der Marketing-Kommunikation. Kunden- und Mitgliederzeitschriften gibt es schon lange, Advertorials und PR ebenfalls, und selbst Corporate Blogs hat die Welt bereits gesehen. Content Marketing ist nur das übergeordnete Schlagwort für Marketing-Kommunikation, die sich dieser bewährten Instrumente bedient.

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Eröffnung der re:publica TEN 2016 in Berlin

#TTIP, #VR und #AI: Trending Topics an der re:publica TEN

«Europe’s most exciting conference on Internet and society»: Das ist – gemäss der re:publica-Website – in nur 10 Jahren aus dem einstigen Berliner Blogger-Treffen geworden. Mit jedem Jahr wurde die Veranstaltung etwas grösser, das Themenspektrum etwas breiter, der Auftritt etwas professioneller. Doch eines ist geblieben: Die re:publica zeigt, welche Themen für die digitale Gesellschaft relevant sind, und zwar weit über das Online-Marketing hinaus.

#TTIP

Es ist sicher kein Zufall, dass die geheimen TTIP-Dokumente ausgerechnet diesen Montag veröffentlicht wurden. Denn an diesem Tag begann in Berlin die re:publica, und Greenpeace nutzte eine kurzfristig angesetzte Session, um über die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA zu informieren. Die zahlreichen Blogger, Twitterer und YouTuber (die schon bei ACTA ihre kritische Haltung gegenüber solchen Abkommen bewiesen hatten) verbreiteten #TTIPleaks innert Kürze im Netz, und die etablierten Medien legten umgehend mit detaillierten Berichten und Analysen nach.

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Blumen bestellen bei 1-800 Flowers über den Facebook Messenger

Trend «Conversational Commerce»: Bots ersetzen Apps

Spätestens nach den Entwicklerkonferenzen von Microsoft und Facebook ist klar: Intelligente Chatbots sind DER Trend des Jahres 2016. In naher Zukunft werden Konsumenten nicht nur über Websites oder Apps mit Unternehmen interagieren, sondern auch über Messengers – wobei in der Regel kein Mensch, sondern ein Programm mit Künstlicher Intelligenz am anderen Ende sitzt.

Statt sich mühsam durch Bestellprozesse zu navigieren, werden Kunden schon bald per Text- oder Sprachnachricht einen Blumenstrauss bestellen, Kinotickets kaufen oder ein Hotelzimmer buchen. Und sie nutzen dazu ganz einfach ihren bevorzugten Messenger, sei dies nun Skype, Facebook Messenger, Slack oder WhatsApp. Conversational Commerce heisst das Schlagwort dazu, und Unternehmen sind gut beraten, sich jetzt damit auseinanderzusetzen.

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Personal Knowledge Management: Vom Zettelkasten zu Atlassian Confluence

Confluence ist eine Wiki-Software, die man sowohl auf einem eigenen Server hosten als auch in der Cloud nutzen kann. Sie ist für Arbeitsgruppen und Unternehmen gedacht, welche eine Wissensplattform, ein Intranet oder eine Projektplattform benötigen. Für mich ist Confluence aber auch die ultimative Lösung, um alle persönlichen Notizen und Dokumente zu verwalten.

Seit dem ersten Semester meines Geschichtsstudiums beschäftigt mich die Frage, wie ich das viele angelesene Wissen am besten konservieren kann. Die Antwort unsere Tutoren lautete damals unisono: «Benutzen Sie einen Zettelkasten!» Nun leuchtete mir zwar das Prinzip grundsätzlich ein, doch verzweifelte ich an der praktischen Umsetzung. Es dauerte ewig, auch nur einige wenige Fakten auf Karteikarten niederzuschreiben und diese korrekt einzusortieren. Änderungen, Ergänzungen, Korrekturen und neue Formulierungen waren zudem nur mit grösster Mühe anzubringen.

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Silbentrennung im Web: Der Stand der Dinge

Für Menschen mit einem gewissen typografischen Anspruch war das World Wide Web lange Zeit ein düsterer Ort. Die Schriftenauswahl beschränkte sich auf Times New Roman, Arial bzw. Helvetica und Verdana. Die Texte wurden im Flattersatz mit oft unsäglichen Zeilenlängen angezeigt. Und von Feinheiten wie manuellem Kerning oder Ligaturen konnte man nur träumen.

Inzwischen macht auch die Typografie im Web Fortschritte. Der augenscheinlichste Fortschritt sind Webfonts, welche es erlauben, jede beliebige Schrift (auch wenn diese nicht auf dem Rechner des Website-Besuchers installiert ist) zu nutzen. Ich möchte hier aber nicht von Webfonts, sondern vom Zeilenumbruch sprechen, genauer von der Silbentrennung, welche Voraussetzung ist für einen optimalen Zeilenumbruch.

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Paris und die digitale Überwachung

Nach den Anschlägen in Paris stellt sich die Frage, wie man diese hätte verhindern können. Ich persönlich glaube: Terror kann man nicht grundsätzlich verhindern. Es wird immer radikalisierte Menschen geben, die bereit sind, andere mit sich in den Tod zu reissen. Und solche Menschen finden auch die Mittel dazu, selbst wenn wir Polizisten patrouillieren lassen, Flugpassagiere durchleuchten und Straftäter einsperren. Jeder Bahnhof, jede Schule, jedes Restaurant, jede Veranstaltung ist ein potentielles Ziel für Terroristen – man kann sie unmöglich alle schützen.

Nun wird allerdings kein Politiker die Öffentlichkeit mit dieser Tatsache konfrontieren. Niemand wird sagen: «Wir tun schon heute, was möglich und sinnvoll ist. Mit dem Restrisiko müssen wir alle leben.» Wer jetzt keine konkreten Massnahmen vorschlägt und Forderungen erhebt, setzt sich unweigerlich dem Vorwurf aus, das Leid der Opfer zu ignorieren und den Terroristen – deren Ziel unter anderem die Destabilisierung unserer Gesellschaft ist – in die Hände zu spielen. Deshalb stehen Politiker unter Druck zu handeln und Sachverständige müssen Lösungsvorschläge präsentieren. Und natürlich wird dabei auch der Ruf nach mehr Überwachung im digitalen Raum laut.

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Spotify, Netflix, Amazon: Die Kultur-Flatrate ist Realität – und was haben wir jetzt davon?

Angebot für «Kindle Unlimited» (Screenshot vom 1.8.2015)

Angebot für «Kindle Unlimited» (Screenshot vom 1.8.2015)

Liest man den Wikipedia-Artikel zur Kultur-Flatrate, dann hat man den Eindruck, dass es eine gesellschaftliche, kulturpolititische und juristische Revolution bräuchte, um dieses Konzept zu verwirklichen. Tatsächlich ist die Kultur-Flatrate aber bereits Realität – mit dem feinen Unterschied, dass sie nicht vom Staat für alle Bürger verordnet ist, sondern nur für jene gilt, welche freiwillig eine Monatsgebühr an ein privatwirtschaftliches Unternehmen zahlen. Ausserdem sind die digitalen Inhalte nicht frei, aber Kunden können beliebig viel davon konsumieren.

Ich bin niemand, der im freien Markt die Lösung für alle Probleme sieht. In diesem Fall muss man jedoch eingestehen, dass die Marktwirtschaft über Nacht ein Angebot geschaffen hat, welches noch vor kurzer Zeit als Utopie galt. Wer will, kann über Spotify (fast) jedes Musikalbum hören, bei Netflix aus zig Filmen und Serien auswählen, und dank Amazon (fast) jedes Buch lesen. In der Summe kostet das grob gerechnet zwischen 30 und 40 Franken im Monat – das entspricht ungefähr den Gebüren für das öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehprogramm.

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Content Marketing: Hype, Trend oder The Next Big Thing?

Alle reden im Moment von Content Marketing. Medienhäuser verstehen darunter die Vermarktung von Inhalten, Werbetreibende und Agenturen meinen damit Marketing mittels Inhalten. «Content is King» hat Bill Gates allerdings schon vor knapp 20 Jahre postuliert. Warum ist Content plötzlich so wichtig? Ist das bloss ein Hype, allenfalls ein Trend, oder vielleicht doch The Next Big Thing in Marketing?

Massenmedien funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie verbreiten attraktive Inhalte, bauen so eine möglichst grösse Reichweite auf, durchsetzen dann Inhalte mit Werbung, und das Publikum konsumiert notgedrungen beides. Leider haben die Digitalsierung und das Internet dazu geführt, dass dieses einfache Prinzip immer weniger funktioniert. Und genau deshalb ist Content Marketing in den Fokus der Werbetreibenden und Agenturen gerückt.

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Die Zeit der Zeitung ist vorbei

Nein, Medienhäuser sind wirklich nicht zu beneiden. War die Publikation von Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen bis vor kurzem ein einträgliches Geschäft, so hat die Digitalisierung das Geschäftsmodell von Verlagen weitestgehend zerstört.

Viele von ihnen versuchen verzweifelt, gedruckte Zeitungen durch digitale Zeitungen zu ersetzen. Das kann im Einzelfall funktionieren, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie fundamental der Medienwandel letztlich ist. Es geht nicht darum, Papier durch Bildschirme, Druckerschwärze durch Bits und Zeitungsverträger durch Breitbandnetze zu ersetzen. Sondern es geht darum, sich vom Konzept der Zeitung zu verabschieden und neue Formen zu finden, wie Informationen organisiert und vermarktet werden.

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re:publica 2015 – Nein, Sascha Lobo habe ich nicht gesehen

An der re:publica 2015 in Berlin

An der re:publica 2015 in Berlin

Die re:publica hat so ihre Galionsfiguren: Redner, welche jedes Jahr mit dabei sind, die zentralen Themen definieren und kurzweilige Sessions garantieren. Markus Beckedahl beispielsweise, der unermüdlich netzpolitische Themen zur Sprache bringt. Oder Gunter Dueck, der mit Witz und scharfem Verstand bequeme Wahrheiten hinterfragt. Oder Sascha Lobo, der Mann mit dem Irokesenschnitt, welcher der Netzgemeinde den Spiegel vorhält.

Dieses Jahr fehlte Sascha Lobo und seine «Rede zur Lage der Nation» im Konferenzprogramm. Das ist bemerkenswert, weil er an der re:publica 2014 einen flammenden Appell an die Netzgemeinde richtete, sich angesichts des Überwachungsskandals nicht bloss zu entrüsten, sondern sich auch politisch und finanziell zu engagieren. Dass er sich nun selbst nicht mehr engagieren mochte, darf man sicher als ein Zeichen der Enttäuschung werten. «Machen! Nicht nur reden.» sei für ihn das Gebot der Stunde, liess er sich in einem Interview mit WIRED zitieren. Und gemacht wurde aus seiner Sicht in den letzten zwölf Monaten wohl zu wenig angesichts des «digitalen Meteoriteneinschlags», als den er die Snowden-Enthüllungen sieht.

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