Die re:publica im Jahr 1 nach Edward Snowden

An der re:publica 2014 in Berlin

An der re:publica 2014 in Berlin

Die Internet-Konferenz re:publica war schon immer durch politische Diskussionen geprägt. In der Vergangenheit ging es um das Urheberrecht im digitalen Zeitalter, um Social Media als Kommunikationskanal für Protestbewegungen oder um die Netzneutralität. Nach den Enthüllungen von Edward Snowden im Sommer 2013 sind solche Themen allerdings in den Hintergrund gerückt.

Stattdessen dominiert der Kampf gegen die flächendeckende, unkontrollierte und illegale Überwachung durch die Geheimdienste die re:publica 14, welche unter dem Motto «Into the Wild» steht. So riefen die vier Gründer Andreas Gebhard, Tanja Haeusler, Markus Beckedahl und Johnny Haeusler bereits in der Eröffnungsveranstaltung zur Rückeroberung des Netzes durch die Bürger auf. Unter grossem Applaus wurde zudem die Forderung nach politischem Asyl für Edward Snowden in Deutschland erneuert.

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Die grösste Bedrohung für unsere Privatsphäre sind wir selbst

Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden und dem Heartbleed-Bug muss uns allen klar sein, dass unsere Daten nicht so vertraulich sind, wie wir das gerne hätten. Diese schlagzeilenträchtigen Skandale führen aber leicht zu falschen Schlüssen: Es ist nicht allein die Schuld von Geheimdiensten und Hackern, dass unsere Privatsphäre dermassen durchlässig geworden ist. Auch wir selbst leisten einen wesentlichen Beitrag dazu.

Ein wesentliches Element ist unser Mitteilungsbedürfnis. Das World Wide Web hat es ermöglicht, dass wir uns der ganzen Welt präsentieren, und dank Social Media ist die Selbstdarstellung zum Massenphänomen geworden. Wir dokumentieren unser ganzes Leben auf Facebook und blenden aus, was wir damit alles offenlegen. Das einzige, was wir fürchten, sind unvorteilhafte Schnappschüsse von feuchtfröhlichen Partys, die Kollegen ungefragt ins Netz stellen. Dabei sollten wir uns viel mehr Sorgen darüber machen, was wir über unser Konsumverhalten, unsere Aufenthaltsorte, unsere Meinung zu politischen und sozialen Fragen, unseren Gesundheitszustand oder unser Beziehungsnetz preisgeben.

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Kindersichere Apps: Worauf Eltern achten sollten

Ob sich eine App für Kinder eignet hängt nicht nur von deren Inhalt ab. Es gibt einige grundlegende Eigenschaften, die jede App besitzen sollte, welche von Kindern unbeaufsichtigt benutzt wird. Insbesondere gibt es gewisse Funktionalitäten, welche in einer kindergerechten App nichts verloren haben, weil sie ein mehr oder weniger grosses Sicherheitsrisiko darstellen.

Natürlich muss man differenzieren: Was für ein Kleinkind gilt, muss nicht zwingend auch für einen Primärschüler gelten, und bei Teenagern sieht die Sache dann gleich nochmals anders aus. Die folgende Checkliste ist ein Maximalkatalog und primär für Kinder im Vorschulalter gedacht – werden Kinder älter, so werden sich die meisten Punkte nach und nach relativieren.

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Mobino: Mobile Payment Made in Switzerland

Pointiert formuliert könnte man sagen: Die Printmedien stecken nur deshalb in der Krise, weil sich bis heute kein einheitliches Micropayment-System für digitale Inhalte durchsetzen konnte. Die Gratismentalität im Netz gibt es nämlich keineswegs nur deshalb, weil die Nutzer nicht für Online-Content bezahlen wollen, auch deshalb, weil sie es oft nicht können – zumindest dann nicht, wenn sie nur einen einzelnen Artikel lesen und nicht gleich ein Jahresabonnement abschliessen möchten. Aus Sicht der Verlage macht das Abo-Modell natürlich Sinn, aber in der On-Demand-Kultur des Internets ist es ein Anachronismus.

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Suchmaschinen-Werbung überholt Display-Werbung

Wirft man nur einen oberflächlichen Blick auf den Online-Werbestatistik Report von Media Fokus, dann kommt man zu einem einfachen Schluss: Die Ausgaben für Online-Werbung wachsen hierzulande stetig und kräftig. In den letzten fünf Jahren hat sich der gesamte Online-Werbemarkt (inkl. Display-Werbung, Suchmaschinen-Werbung, Online-Rubrikenmärkte und Online-Verzeichnisse) mehr als verdoppelt und erreichte letztes Jahr gut 674 Mio. Franken. Damit fliesst bereits mehr Geld in die Online-Werbung als etwa in die Aussenwerbung (CHF 567 Mio.), und auch der Abstand zur Fernsehwerbung (CHF 726 Mio.) ist nicht mehr allzu gross. Das ist eine Entwicklung in die richtige Richtung, wenn man das Mediennutzungsverhalten der Schweizer in Betracht zieht, und letztlich keine Überraschung.

Online-Werbeausgaben Schweiz 2005-2012

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Nur einer von 40 nutzt die Handy-Ortung als Diebstahlsicherung

Find My iPhone

Diese Story ging vor gut zwei Jahren um die Welt: Joshua Kaufman brachte den Dieb seines MacBooks zur Strecke, indem er das MacBook mit Hilfe von Hidden ortete und dann die Polizei vorbeischickte. Inzwischen ist eine mit Hidden vergleichbare Lösung standardmässig in Mac OS bzw. iOS integriert, und auch für alle Nicht-Apple-Geräte gibt es entsprechende Theft Recovery Software (z.B. Prey, GadgetTrack). Das Prinzip ist immer das gleiche: Kommt das Gerät abhanden, so aktiviert der Besitzer via Internet den Überwachungsmodus, worauf das Gerät selbständig Fotos und Screenshots sowie Angaben zu seinem Standort übermittelt, sobald es eingeschaltet wird. Damit kann man im besten Fall sein Gerät wiederbeschaffen, im zweitbesten Fall zumindest seine persönlichen Daten vom Gerät löschen (vgl. Bring back, bring back my MacBook to me, to me…).

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Oculus Rift

Virtual Reality wird Realität

Geistert eine technische Innovation jahrelang durch die Gazetten, ohne für die Konsumenten wirklich greifbar zu werden, dann wird sie irgendwann als Science Fiction, Vaporware oder schlicht Spinnerei abgetan. Manchmal ist das berechtigt (man denke etwa an den Ford Nucleon), manchmal aber ist das Urteil vorschnell (man denke etwa an E-Ink Displays oder 3D-Drucker). Der Weg von einer Idee zu einem massentauglichen Produkt dauert eben seine Zeit.

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Retrodigitalisierung in der Praxis: Wie die Zentralbibliothek Zürich alte Bücher digitalisiert

Im Digitalisierungszentrum der Zentralbibliothek Zürich (1)

Im Digitalisierungszentrum der Zentralbibliothek Zürich (1)

Dass digitale Informationen viele Vorteile gegenüber gedruckten Informationen haben, brauche ich an dieser Stelle nicht zu erläutern – schliesslich lesen Sie diesen Artikel gerade online. Und es ist schon fast selbstverständlich, dass neu publizierte Informationen auch (oder sogar ausschliesslich) digital vorliegen.

Sobald es allerdings um etwas ältere Informationen geht, ist das Medium fast immer Papier. Und solches lagert in riesigen Mengen in unseren Bibliotheken. Wie kann man das Wissen, das in all diesen Büchern, Karten und Handschriften schlummert, im digitalen Zeitalter nutzbarmachen? Ein Besuch in der Zentralbibliothek Zürich (ZB) zeigt, welcher Aufwand für die nachträgliche Digitialisierung (sogenannte Retrodigitalisierung) erforderlich ist.

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E-Book Reader in Buchhandlungen – Eindrücke aus Boston und Zürich

Wer in Boston die grösste Barnes & Noble-Filiale besucht, kommt am Nook nicht vorbei: Gleich beim Eingang präsentiert der Buchhandelsriese grosszügig seinen E-Book-Reader. Zudem wird man als Kunde von geschultem Personal unerbittlich darauf angesprochen – unabhängig davon, ob man gerade einen Nook testet oder möglichst zielstrebig an den Teststationen vorbeisteuert. All dies zeigt deutlich: E-Books sind für Barnes & Noble wichtig.

Ganz anders im Stammhaus von Orell Füssli in Zürich: E-Book-Reader sind hier im obersten Stock bei den Computer-Fachbüchern zu finden, also weit weg von den grossen Kundenströmen. Bei meinem letzten Besuch waren es zudem gerade einmal drei Exemplare, die zudem recht lieblos präsentiert werden. Warum dieser Unterschied?

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