Donald Trump

Donald Trump und das Targeting

«Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt»: Dieser Artikel, der gestern im MAGAZIN erschienen ist, gehört zweifellos zu den wichtigsten Texten des Jahres. Er beschreibt, wie Donald Trump durch geschicktes Targeting Präsident der USA wurde. Und er warnt davor, dass in Zukunft dank Cambridge Analytica weitere Demagogen in hohe Ämter gewählt werden könnten. Ein faszinierender und zugleich erschreckender Artikel – der allerdings einen Teil der Analyse schuldig bleibt.

Fünf Dimensionen bestimmen unsere Persönlichkeit

Kurz zusammengefasst geht es um folgendes: In der Psychometrik (einem Teilgebiet der Psychologie) existiert seit geraumer Zeit die OCEAN-Methode. Diese beschreibt den menschlichen Charakter anhand von fünf Dimensionen, die auch als «The Big Five» bezeichnet werden:

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Autobahn (Foto: Dirk Vorderstraße)

Schnell zu sein hilft nur, wenn auch die Richtung stimmt: Eine kleine Polemik

In Zeiten beschleunigten Wandels neigen Unternehmen entweder zur Schockstarre oder zum Aktionismus. Beide Reaktionen sind wenig hilfreich, werden aber in der Digitalen Revolution sehr unterschiedlich beurteilt: Aktionismus ist hip, Unternehmen müssen agil werden und sich transformieren, Geschäftsmodelle werden kurzerhand gepivoted, und grandios zu scheitern ist fast schon eine Form von Erfolg. «Done is better than perfect» oder «Fail fast» lauten die neuen Mantras der Technologie-Startups im Silicon Valley, die sich heute jedes KMU in Hinterpfupfikon auf die Fahnen schreibt. Das alles hat seine Berechtigung – aber es dient auch als Rechtfertigung für unglaublich viel Bullshit. Darf ich das kurz erklären?

Keine Frage: Die Digitalisierung hat innert kürzester Zeit diverse etablierte Geschäftsmodelle hinfällig werden lassen und ganze Branchen aufgemischt. Das Gespenst der Disruption geht um, und jedes Unternehmen könnte ihr nächstes Opfer sein. Dass man unter diesen Umständen sein Geschäftsmodell kritisch überprüft und allenfalls ergänzende oder alternative Geschäftsfelder aufzubauen versucht, ist deshalb völlig richtig. Es ist auch sicher nicht falsch, dabei ein gewisses Tempo vorzulegen und Experimente zu wagen, das dann schrittweise ausgebaut (oder auch wieder eingestellt) werden können.

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Neue Medien dieses Landes: Vereinigt Euch!

Sie sind nicht die ersten und werden nicht die letzten sein: Constantin Seibt («Tages-Anzeiger») und Christof Moser («Schweiz am Sonntag») haben ihre Stelle bei Tamedia bzw. AZ Medien gekündigt und planen unter den Code-Namen «Project R» ihr eigenes Ding. Vom festangestellten Journalisten zum Medienunternehmer ist es ein grosser Schritt, und die beiden machen ihn nicht ganz freiwillig. Ernüchtert durch Fusionen und Sparmassnahmen, mit denen etablierte Medienhäuser auf die Medienkrise reagieren, treten Seibt und Moser die Flucht nach vorne an.

Wie gesagt: Sie sind nicht die ersten. Nehmen Sie «Journal 21» oder «Infosperber», «Tsüri» oder «Journal B» – immer wieder werden neue Medien gegründet mit dem Ziel, kompetenten, kritischen und kreativen Journalismus zu machen. Das ist erfreulich und bitternötig. Allerdings ist Begeisterung für guten Journalismus zwar eine zwingende, aber keine hinreichende Voraussetzung dafür, ein nachhaltig erfolgreiches Medienunternehmen aufzubauen.

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Blumen bestellen bei 1-800 Flowers über den Facebook Messenger

Trend «Conversational Commerce»: Bots ersetzen Apps

Spätestens nach den Entwicklerkonferenzen von Microsoft und Facebook ist klar: Intelligente Chatbots sind DER Trend des Jahres 2016. In naher Zukunft werden Konsumenten nicht nur über Websites oder Apps mit Unternehmen interagieren, sondern auch über Messengers – wobei in der Regel kein Mensch, sondern ein Programm mit Künstlicher Intelligenz am anderen Ende sitzt.

Statt sich mühsam durch Bestellprozesse zu navigieren, werden Kunden schon bald per Text- oder Sprachnachricht einen Blumenstrauss bestellen, Kinotickets kaufen oder ein Hotelzimmer buchen. Und sie nutzen dazu ganz einfach ihren bevorzugten Messenger, sei dies nun Skype, Facebook Messenger, Slack oder WhatsApp. Conversational Commerce heisst das Schlagwort dazu, und Unternehmen sind gut beraten, sich jetzt damit auseinanderzusetzen.

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Personal Knowledge Management: Vom Zettelkasten zu Atlassian Confluence

Confluence ist eine Wiki-Software, die man sowohl auf einem eigenen Server hosten als auch in der Cloud nutzen kann. Sie ist für Arbeitsgruppen und Unternehmen gedacht, welche eine Wissensplattform, ein Intranet oder eine Projektplattform benötigen. Für mich ist Confluence aber auch die ultimative Lösung, um alle persönlichen Notizen und Dokumente zu verwalten.

Seit dem ersten Semester meines Geschichtsstudiums beschäftigt mich die Frage, wie ich das viele angelesene Wissen am besten konservieren kann. Die Antwort unsere Tutoren lautete damals unisono: «Benutzen Sie einen Zettelkasten!» Nun leuchtete mir zwar das Prinzip grundsätzlich ein, doch verzweifelte ich an der praktischen Umsetzung. Es dauerte ewig, auch nur einige wenige Fakten auf Karteikarten niederzuschreiben und diese korrekt einzusortieren. Änderungen, Ergänzungen, Korrekturen und neue Formulierungen waren zudem nur mit grösster Mühe anzubringen.

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Silbentrennung im Web: Der Stand der Dinge

Für Menschen mit einem gewissen typografischen Anspruch war das World Wide Web lange Zeit ein düsterer Ort. Die Schriftenauswahl beschränkte sich auf Times New Roman, Arial bzw. Helvetica und Verdana. Die Texte wurden im Flattersatz mit oft unsäglichen Zeilenlängen angezeigt. Und von Feinheiten wie manuellem Kerning oder Ligaturen konnte man nur träumen.

Inzwischen macht auch die Typografie im Web Fortschritte. Der augenscheinlichste Fortschritt sind Webfonts, welche es erlauben, jede beliebige Schrift (auch wenn diese nicht auf dem Rechner des Website-Besuchers installiert ist) zu nutzen. Ich möchte hier aber nicht von Webfonts, sondern vom Zeilenumbruch sprechen, genauer von der Silbentrennung, welche Voraussetzung ist für einen optimalen Zeilenumbruch.

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Paris und die digitale Überwachung

Nach den Anschlägen in Paris stellt sich die Frage, wie man diese hätte verhindern können. Ich persönlich glaube: Terror kann man nicht grundsätzlich verhindern. Es wird immer radikalisierte Menschen geben, die bereit sind, andere mit sich in den Tod zu reissen. Und solche Menschen finden auch die Mittel dazu, selbst wenn wir Polizisten patrouillieren lassen, Flugpassagiere durchleuchten und Straftäter einsperren. Jeder Bahnhof, jede Schule, jedes Restaurant, jede Veranstaltung ist ein potentielles Ziel für Terroristen – man kann sie unmöglich alle schützen.

Nun wird allerdings kein Politiker die Öffentlichkeit mit dieser Tatsache konfrontieren. Niemand wird sagen: «Wir tun schon heute, was möglich und sinnvoll ist. Mit dem Restrisiko müssen wir alle leben.» Wer jetzt keine konkreten Massnahmen vorschlägt und Forderungen erhebt, setzt sich unweigerlich dem Vorwurf aus, das Leid der Opfer zu ignorieren und den Terroristen – deren Ziel unter anderem die Destabilisierung unserer Gesellschaft ist – in die Hände zu spielen. Deshalb stehen Politiker unter Druck zu handeln und Sachverständige müssen Lösungsvorschläge präsentieren. Und natürlich wird dabei auch der Ruf nach mehr Überwachung im digitalen Raum laut.

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Spotify, Netflix, Amazon: Die Kultur-Flatrate ist Realität – und was haben wir jetzt davon?

Angebot für «Kindle Unlimited» (Screenshot vom 1.8.2015)

Angebot für «Kindle Unlimited» (Screenshot vom 1.8.2015)

Liest man den Wikipedia-Artikel zur Kultur-Flatrate, dann hat man den Eindruck, dass es eine gesellschaftliche, kulturpolititische und juristische Revolution bräuchte, um dieses Konzept zu verwirklichen. Tatsächlich ist die Kultur-Flatrate aber bereits Realität – mit dem feinen Unterschied, dass sie nicht vom Staat für alle Bürger verordnet ist, sondern nur für jene gilt, welche freiwillig eine Monatsgebühr an ein privatwirtschaftliches Unternehmen zahlen. Ausserdem sind die digitalen Inhalte nicht frei, aber Kunden können beliebig viel davon konsumieren.

Ich bin niemand, der im freien Markt die Lösung für alle Probleme sieht. In diesem Fall muss man jedoch eingestehen, dass die Marktwirtschaft über Nacht ein Angebot geschaffen hat, welches noch vor kurzer Zeit als Utopie galt. Wer will, kann über Spotify (fast) jedes Musikalbum hören, bei Netflix aus zig Filmen und Serien auswählen, und dank Amazon (fast) jedes Buch lesen. In der Summe kostet das grob gerechnet zwischen 30 und 40 Franken im Monat – das entspricht ungefähr den Gebüren für das öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehprogramm.

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Content Marketing: Hype, Trend oder The Next Big Thing?

Alle reden im Moment von Content Marketing. Medienhäuser verstehen darunter die Vermarktung von Inhalten, Werbetreibende und Agenturen meinen damit Marketing mittels Inhalten. «Content is King» hat Bill Gates allerdings schon vor knapp 20 Jahre postuliert. Warum ist Content plötzlich so wichtig? Ist das bloss ein Hype, allenfalls ein Trend, oder vielleicht doch The Next Big Thing in Marketing?

Massenmedien funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Sie verbreiten attraktive Inhalte, bauen so eine möglichst grösse Reichweite auf, durchsetzen dann Inhalte mit Werbung, und das Publikum konsumiert notgedrungen beides. Leider haben die Digitalsierung und das Internet dazu geführt, dass dieses einfache Prinzip immer weniger funktioniert. Und genau deshalb ist Content Marketing in den Fokus der Werbetreibenden und Agenturen gerückt.

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re:publica 2015 – Nein, Sascha Lobo habe ich nicht gesehen

An der re:publica 2015 in Berlin

An der re:publica 2015 in Berlin

Die re:publica hat so ihre Galionsfiguren: Redner, welche jedes Jahr mit dabei sind, die zentralen Themen definieren und kurzweilige Sessions garantieren. Markus Beckedahl beispielsweise, der unermüdlich netzpolitische Themen zur Sprache bringt. Oder Gunter Dueck, der mit Witz und scharfem Verstand bequeme Wahrheiten hinterfragt. Oder Sascha Lobo, der Mann mit dem Irokesenschnitt, welcher der Netzgemeinde den Spiegel vorhält.

Dieses Jahr fehlte Sascha Lobo und seine «Rede zur Lage der Nation» im Konferenzprogramm. Das ist bemerkenswert, weil er an der re:publica 2014 einen flammenden Appell an die Netzgemeinde richtete, sich angesichts des Überwachungsskandals nicht bloss zu entrüsten, sondern sich auch politisch und finanziell zu engagieren. Dass er sich nun selbst nicht mehr engagieren mochte, darf man sicher als ein Zeichen der Enttäuschung werten. «Machen! Nicht nur reden.» sei für ihn das Gebot der Stunde, liess er sich in einem Interview mit WIRED zitieren. Und gemacht wurde aus seiner Sicht in den letzten zwölf Monaten wohl zu wenig angesichts des «digitalen Meteoriteneinschlags», als den er die Snowden-Enthüllungen sieht.

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